Oberbaselbieter Zeitung (April 2007)


Von: Benildis Bentolila

„Als ich direkt nach dem Kindergartenseminar Marzili in Bern meine erste Stelle annahm in Diegten“, erinnert sich die Kinderbuchautorin Susanne Stöcklin-Meier, „gab es in dem Bauerndorf zwei Lehrer: Einer war verheiratet und der andere ledig.“ Aber nicht mehr lange, denn Susanne Meier, Tochter des bekannten Schriftstellers Gerhard Meier, Niederbipp, und Peter Stöcklin, Autor der Heimatkunde Diegten, heirateten. Bereits damals schien sich zu bewahrheiten, wovon Susanne Stöcklin-Meier heute überzeugt ist. Nämlich, dass ihr im Leben so vieles einfach zugefallen sei. Sie habe nichts gesucht, nichts ausgerechnet, sondern einfach fast naiv immer auf ihr Inneres gehört. Heute sei es Mode, dauernd zu fragen, wo eine Marktlücke bestehe. Doch das funktioniere bei Kindern sowieso nicht. Sie weiss das aus eigener Erfahrung von ihren zwei Töchtern. Sie glaubt, dass sie sich bis heute ihr kindliches Gemüt, ihre Begeisterungsfähigkeit und ihren Spieltrieb erhalten konnte. So könne sie sich in die Kinder hineinversetzen und ihnen angepasst schreiben.

Sie übertreibt nicht, wenn sie sich selbst so beschreibt. Susanne Stöcklin-Meier ist eine quirlige Frau, dauernd in Bewegung, aber nicht aus Nervosität, sondern aus Freude am Leben und weil sie doch so viel zu erzählen und zu zeigen hat. Halt wie ein Kind! Wenn sie vergnügt von ihrer Kindheit erzählt, dort im alten Bauernhaus in Niederbipp, wo sie mit ihren zwei Geschwistern spielte im Stall, auf der Heubühne, im Garten und am Bach, glaubt man, Kinderlachen zu hören. Sie beschreibt voller Bewunderung ihre Mutter, die so spannend Geschichten erzählen konnte. Sie selbst macht es ihr nach und unterhält grosse und kleine Zuhörer mit ergötzlichen Erzählungen gespickt mit lustigen Anekdoten.

Seit 35 Jahren schreibt sie Kinderbücher. Dabei sind es gar keine reinen Kinderbücher, sondern Bücher, die sich auch an Erwachsene wenden. Denn Eltern, Grosseltern Gotten und Göttis und Pädagogen müssten Kinder anleiten, etwa ein Schiffchen oder einen Hut zu falten. Eineinhalb Millionen ihrer Bücher zirkulieren in Europa in verschiedenen Sprachen. Die lebhafte 67-jährige hält weiterhin jährlich um die 100 Vorträge im ganzen deutschsprachigen Raum. Sie ist begehrte Fachfrau an Fortbildungskongressen und Elternabenden. Ihre Meinung ist gefragt an den Internationalen Pädagogischen Werktagungen der Universität Salzburg aber auch bei „Spiel Gut“ in Ulm. Ans Aufhören denkt sie überhaupt nicht: „Ich habe noch so viele Ideen“, hält sie fest. Und überhaupt, Kinder bedeuten ihr, der ehemaligen Kindergärtnerin, heute noch alles. „Kinder sind Geschenke Gottes“, sagt sie, „sie sind unsere Gäste. Ich begegne ihnen mit Achtsamkeit und nehme sie ernst.“

Der Faltbuch-Klassiker „Falten und Spielen – Intelligent durch geschickte Finger“ ist soeben neu bearbeitet herausgekommen. Die Autorin zeigt die schönsten Faltformen, einfache und anspruchsvolle. Dazu gibt’s lustige Verse und Lieder. Falten statt glotzen!